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ROMA

Gangplatz, ohne Licht!

“Into the City, Universal Hospitality“

FUCK ARTIVISM

„Das gewalttätigste Element der Gesellschaft ist die Ignoranz“

(Emma Goldman)

Kunst politisch zu machen, impliziert für mich Kunst als Werkzeug zu benutzen. Ich verstehe Kunst auch als Widerstand, als Waffe sozusagen, gerichtet gegen die Verhältnisse. Das ist sehr anstrengend. Findet man in künstlerisch, kulturell und wissenschaftlich ausgewiesenen Räumen, doch eine ungern thematisierte Anhäufung von Unzulänglichkeiten. Bei den 50% die ihr Kreuzerl letzten Sonntag bei Van der Bellen gemacht haben, sind auch viele WählerInnen aus den Bereichen Kunst und Kultur dabei. Ich nenne sie pseudo_intellektuelle, Verführte. Diese WählerInnen empfinde ich mitunter fast bedrohlicher, als jene 50%, die für Hofer gestimmt haben.
 Bedrohlich deswegen, weil es allzu oft dort, wo man es eben nicht erwarten würde, gar kein Bewusstsein für Diskriminierungen und Ausschlüsse gibt. Dafür aber Fixierungen auf pseudoakademische Diskurs-Ebenen. Die Selbstprofilierung und Sicherung der eigenen Privilegien stehen im Mittelpunkt. Anbei ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ende letzten Jahres erhielt ich die Einladung bei “Universal Hospitality“, im Rahmen der Wiener Festwochen teilzunehmen. 
Mit dem Titel konnte ich eigentlich nichts anfangen, aber überzeugt hat mich letztlich, dass die Ausstellung das Thema Nationalismus im Fokus hatte.
 Vereinbart waren fünf Plakate für den öffentlichen Raum. Die Kosten für Druck und Installation, wird vom Veranstalter übernommen. Dafür vorhanden war ein Budget von 1500 bis 2000 Euro. Mein Honorar war bescheiden. Ich gestaltete die Plakate. Titel: “Die Würde des Menschen ist antastbar – Kein Grundrecht auf ein besseres Leben!“. Als Kommentar zur Asyl- und Flüchtlingspolitik in Österreich und dem vom Innenministerium herausgegebenen Refugee-Guide.
Die Bebilderungen und viele Aussagen in diesem Guide, stellen klischeehafte Ressentiments dar. Ein Spiegel von Voreingenommenheit und Intoleranz. Das einzige was dieser lächerliche Bilderbuch-Benimm-Regel-Guide vermittelt ist, dass wir Österreicher ein vorurteilsbehaftetes Volk sind. 
Scheinbar stellt dieser Guide aber, in dem es in erster Linie um Kulturregeln, Disziplinierung und pädagogischen Defizitansatz geht, für die meisten kein Problem dar. Dementsprechend wurde meine Arbeit auch präsentiert. Im Abseits nämlich, es war ein enger Gangplatz, ohne Licht. Von einer Installation im öffentlichen Raum, war man scheinbar abgekommen. Sind das die vorgesehenen Orte für kritische Kunst? Zum Glück sind es wenigstens doch A1 Plakate geworden, denn irgendwann sagte man mir, dass nur A2 Plakate gedruckt werden können, weil A0 und A1 wegen der Auflösung nicht möglich wäre. An der Auflösung lag es aber ganz bestimmt nicht. Danach hiess es auf einmal, dass man die Druckkosten nur für A2 Plakate (Miniplakate) übernehmen könne. Der „Universal Hospitality“ muss ich leider wirklich das intendierte politisch-künsterlische Engagement absprechen und sie als das entlarven, was sie ist: Reine Fassade…

PS. Das Logo von „Universal Hospitality“ erinnert an das Logo von Hilfswerk Österreich (einer der größten österreichischen Anbieter sozialer Dienstleistungen).

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