http://www.cafebabel.de/article/41333/im-metallcontainer-roma-in-belgrad-serbien.html
http://www.cafebabel.co.uk/article/41230/belgrade-roma-belville-evictions-settlement-museum.html
legitimierter Rassismus
Bratislava – Ein 51-Jähriger Stadtpolizist soll am Samstag in der südslowakischen Stadt Hurbanovo vor einem Wohnhaus drei Menschen erschossen und einen vierten schwer verletzt haben. Nach Angaben von slowakischen Medien handelt es sich bei den Opfern um eine Roma-Familie. Der Mann hatte sich anschließend in einem Haus verschanzt und mit Selbstmord gedroht, mittlerweile wurde er von der Polizei festgenommen.
Über seine Motive ist bisher nichts bekannt. Der Verdächtige, der laut Medienberichten bis vor kurzem an der Spitze der städtischen Polizei gestanden haben, mittlerweile aber wieder in einen niedrigeren Dienstrang zurückgekehrt sein soll, begann am Samstagvormittag, außerhalb seiner Dienstzeit, anscheinend wahllos auf die Menschen vor einem Wohnhaus zu schießen. Das Opfer, das bei dem Schussattentat schwer verletzte wurde, liegt nach Angaben slowakischer Medien in einem Krankenhaus im Koma. In der Slowakei, wo Sinti und Roma rund zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, kommt es immer wieder zu Ausschreitungen gegen Roma. Erst Ende Mai hatte ein führender slowakischer Rechtsextremist ein Grundstück inmitten einer illegal errichteten Roma-Siedlung erworben und angekündigt die Wohnhäuser der Roma abreißen und die Bewohner vertreiben zu wollen. Der slowakische Premierminister Robert Fico hatte während des Wahlkampfes mit dem Vorschlag für Aufsehen gesorgt, Roma-Kinder in speziellen Internaten unterrichten zu wollen.
Quelle: http://derstandard.at/1339638094542/Polizist-ermordet-drei-Roma
Slovakia: Off-duty cop shoots dead three Romani people and injures two others
A major scandal broke out in Baia Mare where, in the last campaign week, USL Mayor Catalin Chereches moved the Roma living on the outskirts of the town in the former chemical laboratory of factory Cuprom, EVZ writes.
Wanting to prove that he keeps his election promises to clean the Craica area, inhabited by about 2,000 Roma, the mayor decided to move the first families over night. After announcing them that he would scrape off their camp unless they are moving, the mayor started acting upon his threats.
Supported by the local police, Chereches boarded the Roma on trucks and took them to the building that used to host the chemical laboratory of the famous Phoenix plant, also known as the “death factory.” The name of the plant was changed to Cuprom after 1990 and it was shut down in 2006, being considered one of the biggest polluters in Romania.
Toxic substances
In the building, the Roma found nobody had bothered to arrange it for living purposes. The walls had been whitewashed but inside the rooms there still are lockers with 15-25 years old chemical substances in them. The sinister look of a death camp was completed by all sorts of warning signals such as “lethal danger” or “no mixture of chemical substances allowed,” left on the windows and doors since when the plant was still working. Inside many rooms there were toxic substances. The Roma wanted to leave the factory premises, but were prevented by the local police. In the end, they stayed there, but soon after they became sick, feeling nauseous and having terrible headaches.
11 children and an adult taken by ambulance
The most affected were the children. Several ambulances were sent to the scene that night. Emergency Situations Inspectorate officials said 11 children and an adult were affected. Journalists and Roma say there were actually 22 children and 2 adults intoxicated. Hospital officials say those affected recover in a few hours and were allowed to leave. While the ambulances were sent to the plant, the head of the Roma community text messaged the mayor: “What are you trying to do, kill us? People are poisoned! The ambulances are coming!” The mayor replied, “Maybe they’re poisoned by the cleanliness. If they’re sick, let them take an ambulance, that’s what it’s for!” The mayor says everything was a set-up and that Roma leaders pepper sprayed the building to make it appear contaminated.
Quelle: Bucharest Herald
http://world.time.com/2012/06/21/romania-one-town-evicts-the-roma-in-its-midst/#to-g
Von Jürgen Schönstein
Ungarn liegt ja ein wenig abseits meiner täglichen Wege, und darum hat mich diese Nachricht, die in der aktuellen Ausgabe von nature zu lesen ist, doch ziemlich verblüfft: Genome test slammed for assessing ‚racial purity‘ – das (laut nature) angesehene genetische Institut Nagy Gén ist unter Beschuss geraten, weil es einem Abgeordneten der rechtsextremen Jobbik-Partei ein Zertifikat* ausgestellt, das ihm bescheinigt, weder jüdische noch Roma-Vorfahren zu haben. nature benutzt dabei die Formulierung, dass dies eine Bescheinigung „rassischer Reinheit“ sei – was, wenn tatsächlich diese Worte gewählt wurden, ein echter Atavismus in die dunkelsten Zeiten des europäischen Rassismus wäre. Der Haken ist nur, dass es tatsächlich auf die genaue Formulierung ankommt – „A genetikai vizsgálat során … esetében nem találtunk roma – és zsidó népcsoportra jellemzö genetikai génváltozatot“ steht da, was ich mangels ungarischer Sprachkenntnisse via Google Translate übersetzen musste, und dabei kam raus „Eine genetische Untersuchung … Roma sind nicht gefunden worden – das jüdische Volk und Gruppen spezifische genetische génváltozatot“ (am letzten Wort ist das Übersetzungsprogramm gescheitert – vielleicht war ein Tippfehler in dem Zertifikat).*Quelle: Petöfi utca
Das klingt schon sehr stark nach „Rassenreinheitszertifikat“ (obwohl ich dies hier vor dem Hintergrund einer Gesellschaft schreibe, die diese Form des Rassismus – wenn auch auf freiwilliger Basis – mit großer Selbstverständlichkeit praktiziert; nahezu jedes offizielle Formular in den USA enthält einen Passus, in dem sich der Anstragsteller durch Angaben zu race identifizieren kann). Dies sei „professionell falsch, ethisch inakzeptabel – und illegal“, erklärte Jószef Mandl von der Budapester Semmelweis-Universität. Die berufs- und allgemeinethische Entrüstung kann ich nachvollziehen. die jursitische Bewertung hat mich überrascht – tatsächlich ist die Rechtslage für die Verwendung solcher genetischer Gutachten in Ungarn ziemlich eindeutig (sofern) nature hier die korrekten Informationen berichtet hat): Sie sind per Gesetz aus dem Jahr 2008 ausschließich für diagnostische Zwecke erlaubt.
Quelle: ScienceBlogs.de
Nach dem Überfall auf eine Bettlergruppe der Roma-Volksgruppe aus Rumänien kommen die mutmaßlichen Täter offenbar glimpflich davon. Es würden Zeugen und Kläger fehlen, heißt es bei Ermittlern. Die Tat geschah in einem Abbruchhaus.
Laut Polizei bräuchte es die betroffenen Rumänen für eine Anzeige, doch diese seien „unauffindbar“. Es würden auch Zeugen fehlen. Bis zum Samstag hatten die Bettler in einem leerstehenden Haus in Lehen gelagert. Dann wurden sie von einem Mob junger Türken überrascht, bedroht und sind seitdem verschwunden. Menschenrechtler ersuchen nun mögliche Zeugen des Zwischenfalls, sich bei der Polizei und Ermittlungsbehörden zu melden und Angaben zu machen.
Bettler eingeschüchtert und vertrieben
Es ist ein krasser Fall von Selbstjustiz, viele sprechen von einem Skandal, der da passiert sei: Eine Gruppe junger Türken soll es gewesen sein, die die Bettler eingeschüchtert und vertrieben haben soll. Dabei gab es zwei Leichtverletzte. Doch die Polizei sagt nun, sie habe nicht viel in der Hand gegen mutmaßliche Täter. Als Zeugen und Ankläger kämen nämlich nur die Rumänen in Frage. Diese seien aber über alle Berge.
Polizei hat alles „durch Zufall“ bemerkt
Die Ermittler haben nach eigenen Angaben die Auseinandersetzung per Zufall bemerkt, als fast alle Täter schon weg waren. Das so genannte „Rollkommando“ könnte also mit relativ geringen Konsequenzen davonkommen. Denn die nachweisbaren Delikte seien begrenzt, sagt Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler: „Es könnte maximal sein, dass eine Sachbeschädigung unter Umständen herauskommt. Dazu könnten eine Körperverletzung oder gefährliche Drohung kommen. Aber das werden die genauen Erhebungen dann auch zeigen, ob und was vorliegt.“
Sechs Verdächtige namentlich bekannt
Die Polizei müsse sich bei den Ermittlungen an die Gesetze halten, sagte Lindenthaler. Über eine mögliche Anklage wird die Staatsanwaltschaft entscheiden. Derzeit werde gegen sechs junge Männer ermittelt.
Quelle: ORF
Links:

Genome test slammed for assessing ‘racial purity’
Alles, was nicht national gesinnt ist …
Rechtspopulismus Ungarns Regierung homogenisiert die Gesellschaft im Sinne einer »magyarischen Volksgemeinschaft«
Von Magdalena Marsovszky http://www.akweb.de/ak_s/ak572/45.htm
Ungarn-Politiker ist frei von „Judengenen“ http://science.orf.at/stories/1700090/
Der Bürgermeister von Baia Mare will 2.000 Roma in Laboratorien unterbringen, die mit Giftstoffen verseucht sind. Die Aktion soll Stimmen bei den Kommunalwahlen bringen.
VON WILLIAM TOTOK

Eingemauerte Roma-Siedlung in Baia Mare. Bild: dpa
Vierzehn Personen, die meisten davon Kinder, mussten vor wenigen Tagen mit Vergiftungen in Krankenhäuser der rumänischen Stadt Baia Mare gebracht werden. Es handelt sich um Roma, die zuvor auf Befehl des liberalen Bürgermeisters Catalin Chereches aus ihren Unterkünften zwangsevakuiert und in neuen Wohnungen untergebracht worden waren. Die meisten Roma hatten sich dem Zwangsumzug widersetzt. Um deren Widerstand zu brechen, wurden Polizeikräfte eingesetzt. Die ersten Familien wurden schließlich im Laufe der vergangenen Woche in mit Chemikalien verseuchten Laboratorien einer ehemaligen Fabrik untergebracht. Dort fanden sich Restbestände von Schwefelsäure und anderen hochgiftigen Substanzen. In der Eile der Umgestaltung der Laboratorien des früheren Kombinats Cuprom hatte man sogar vergessen, die Warnhinweise mit den Totenkopfsymbolen von einigen Türen zu entfernen. Von der Umsiedlung sind etwa 2.000 Roma betroffen. Gegen die vom Bürgermeister eingeleiteten Zwangsmaßnahmen protestierten mehrere Roma-Organisationen. In einem offenen Brief der Vereinigung Romani-Criss an Staatspräsident Traian Basescu und Regierungschef Victor Ponta wird der Einsatz der Polizei beim Umzug als ein „schwerwiegender Vorfall“ und Verstoß gegen die bürgerlichen Rechte der Roma bezeichnet.
Auf Stimmenfang
Die Roma-Organisation fordert, „konkrete politische und administrative Maßnahmen“ zur Eindämmung der vom Bürgermeister Baia Mares gegen die Roma eingeleiteten Aktionen. Der von den Sozialdemokraten zu den Liberalen übergetretene Catalin Chereches befindet sich zurzeit im Wahlkampf. Er hofft bei den Lokalwahlen am kommenden Sonntag erneut zum Bürgermeister gewählt zu werden. Um sich auch die Stimmen fremdenfeindlich gesinnter Mitbürger zu sichern, löste er schon vor dem Urnengang sein Wahlversprechen ein, Roma umzusiedeln. Chereches, der bei den nächsten Präsidentschaftswahlen kandidieren möchte, geriet schon im vergangenen Sommer in die Schlagzeilen.
Damals ordnete er an, Blocks, in denen Roma leben, mit einer fast zwei Meter hohen Mauer zu umgeben.
Negative Schlagzeilen
Pogromartige Ausschreitungen gegen Roma hatten das postkommunistische Rumänien bereits gleich nach der Wende in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit gerückt.
Für negative Schlagzeilen sorgten auch Politiker, die durch ihre rassistischen, gegen Roma gerichteten Maßnahmen in die Kritik gerieten. So der sozialdemokratische Bürgermeister der Stadt Piatra Neamt, der 2001 angekündigt hatte, Roma in Hühnerställen unterzubringen.
Quelle: http://www.taz.de/Wahlkampf-in-Rumaenien-/!94710/
http://www.demotix.com/news/1261147/protest-against-recent-resettlement-1000-romani-baia-mare
Die Roma leben in den EU-Staaten unter schrecklichen Bedingungen. Europa muss viel mehr tun, um ihre Menschenrechte zu garantieren, schreibt die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Sie erhebt auch gegen Deutschland schwere Vorwürfe.
Wenn es etwas Positives am momentanen Aufruhr darüber gibt, wie die Roma in Frankreich und anderen Ländern behandelt werden, dann ist es die Tatsache, dass ihre unglaubliche Diskriminierung nun ein allseits beachtetes Thema geworden ist. Wenn der Lärm und Ärger wieder abgeklungen sind, müssen wir die schrecklichen Bedingungen, unter denen diese an den Rand gedrängte Minderheit leben muss, weiter im Auge behalten. Die Leitlinien der Politik und der Hilfe müssen die Menschenrechte sein.
In Europa herrscht eine starke Abneigung gegenüber den Roma, trotz der Anstrengungen einiger EU-Staaten sowie internationaler und regionaler Organisationen. Diese Spannungen können eskalieren, weil viele Roma wegen der Wirtschaftskrise ihre Heimat verlassen haben, um anderswo Arbeit zu finden. In der Folge sind Gewalt und Diskriminierung gestiegen.
In Ungarn und der Slowakei gab es Übergriffe auf Roma, die tödlich endeten. Die gezielte Diskriminierung ist vielfach dokumentiert, einschließlich des Schreibens des französischen Innenministers, der die Auflösung von Roma-Lagern als Priorität anordnete. Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung (Cerd) beobachtet, dass Roma mit Zwang vertrieben, ihnen angemessene Unterkünfte verweigert und sie ausgegrenzt werden. Das geschieht unter anderem in Bulgarien, Tschechien, Griechenland, Italien, Litauen, Rumänien und der Slowakei.
In einigen Ländern haben Roma nur begrenzten Zugang zu medizinischen Leistungen, weil sie keine Ausweise besitzen. Dem Cerd zufolge gibt es vielfach Probleme bei der Ausbildung von Roma-Kindern. Oft werden sie in gesonderte Schulklassen eingeteilt oder in Schulen für Kinder mit Lernschwierigkeiten geschickt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat festgestellt, dass etwa Tschechien und Griechenland ihre Verpflichtungen zum Schulbesuch von Roma-Kindern nicht einhalten. Die Entscheidungen des Gerichts werden bestenfalls stückweise umgesetzt.
Auch die anhaltende Rückführung der Roma von Deutschland ins Kosovo hat verheerende Folgen für die Rechte der Kinder, auch für ihr Recht auf Bildung. Eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef belegt: Roma-Kinder, die in deutschen Schulen gut integriert waren, befinden sich auf einmal in einem völlig fremden Umfeld, in dem nur Albanisch gesprochen wird. Plötzlich können sie gar nicht mehr oder nur unter großen Schwierigkeiten zur Schule gehen.
Leben am Rand der Gesellschaft
Es ist nicht verwunderlich, dass die EU-Agentur für Grundrechte die Roma als die am stärksten diskriminierte Gruppe innerhalb der EU einschätzt. Häufig werden sie von politischen Kräften noch weiter ausgegrenzt und stigmatisiert, die sich mit ihrer Rhetorik einen Vorteil versprechen und das Misstrauen weiter steigern wollen. Das ist einer der Punkte, die ich während meines Besuches von Roma-Siedlungen in Italien hervorgehoben habe. Hier wie auch anderswo habe ich betont, dass die Roma besser in die Gesellschaft integriert werden müssen, sowohl in den Heimat- wie den Bestimmungsländern. Ein erster Schritt ist ein verbesserter Zugang zu Bildung und anderen Leistungen, wie medizinische Versorgung, angemessene Unterkünfte und Arbeitsmöglichkeiten. All das sind Ansprüche gemäß der Menschenrechte.
Ich bin mir bewusst, dass einige Traditionen der Roma anders sind als die der allgemeinen Gesellschaft und einige von ihnen zu Verletzungen der Menschenrechte wie Zwangsheirat und Kinderarbeit führen. Auch ist mir bewusst, dass das Leben am Rand der Gesellschaft für einige Roma in der Kriminalität endet. Dies erzeugt verständlicherweise Spannungen. Hier müssen wir genau hinschauen und jeden Fall einzeln prüfen und nicht rücksichtslos verurteilen. Die Täter haben ein Recht auf faire Verfahren, die nicht den Beigeschmack einer Stigmatisierung oder kollektiven Bestrafung einer Minderheit haben.
Auf nationaler und europäischer Ebene ist dieses Thema oft diskutiert worden. Mit der Einrichtung einer Europäischen Plattform für die Einbeziehung der Roma und der Annahme gemeinsamer Grundprinzipien für die Einbeziehung der Roma 2009 versucht die Europäische Kommission Integrationsbemühungen zu unterstützen. Auf der UN-Konferenz gegen Rassismus 2009 haben sich 182 UN-Mitgliedstaaten verpflichtet, konkrete Maßnahmen gegen die Diskriminierung der Roma und anderer Minderheiten zu ergreifen und einen besseren Rechtsschutz einzuräumen.
Es muss noch viel mehr getan werden. Mit der Unterstützung der Europäischen Kommission, des EU-Parlaments und der UN müssen die 27 EU-Mitgliedstaaten ihre Haltung gegenüber den Roma deutlich verbessern. Erfolgreiche Methoden müssen gesammelt und Menschenrechtsstandards in allen Ländern der EU eingeführt werden. So können wir sicherstellen, dass alle Roma in ihrer Heimat, einer der wohlhabendsten Regionen der Welt, ein Leben in Würde führen können.
Abschiebung von Roma: Letzte Chance für Paris
Quelle: Frankfurter Rundschau