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Tschechien: Blockade der Schweinefarm auf ehemaligem KZ Gelände (Lety bei Písek)

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In Tschechien kam es heute (13.5.2014) – drei Tage nach der Gedenkveranstaltung (siehe hier) im ehemaligen KZ Lety, in dem zahlreiche Roma interniert und ermordet wurden – zur Blockade der Zufahrt zur Schweinefarm. Wir veröffentlichen hier die Pressemitteilung der Gruppe „Ne prasečí farmě v Letech“ (dt. „Keine Schweinefarm in Lety“) sowie weiter unten den Ticker der dazugehörigen facebook-Seite.

PRESS RELEASE

Activists demand immediate closure of the pig farm at Lety by Písek, Czech Republic

Human rights activists who have set up camp near the pig farm at the site of the WWII-era concentration camp for Romani people at Lety near sek are demanding an immediate end to the farm’s operations and the erection of a dignified memorial at the genocide site. They are also holding a commemorative ceremony at the place where the death camp once stood.

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Neue Schulbücher II: „Todsünde“ Homosexualität, Roma „deviante Minderheit“

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Rassismus gegen Roma und Homophobie in ungarischen (Pflicht)Schulbüchern; auch psychische Krankheiten werden stigmatisiert. 

Im April wurde die Liste der von der Regierung empfohlenen Lehrbücher für die staatlichen Schulen veröffentlicht, pro Schuljahr und Fach stehen 2-3 Lehrbücher zur Auswahl. Die  Auswahl wird von den Direktoren der 198 Schulbezirke getroffen. Auf der Liste stehen mehrheitlich Bücher von zwei Ende März verstaatlichten Schulbuchverlagen, Apáczai und  Nemzedékek Tudása. In einigen der vorgeschriebenen Bücher fanden sich antisemitische und geschichtsrevionistische Inhalte, s. Post Neue Pflichtschulbücher: Glaubwürdiger Hitler, Märtyrertod, 13. April 2014.

Homosexualität als „Todsünde“ und „psychische Krankheit“

Das Lehrbuch „Leben im Glauben“ für den Religionsunterricht der 4. Klasse (nicht Bestandteil der Liste von der Regierung empfohlener Bücher) sorgte bereits letztes Jahr für Schlagzeilen. Darin  heisst es: „Homosexuelle Handlungen (…) sind schwere Todsünden.“ (S.79)
Die Autorin Dr. Mária Erdő Fülöpné ist die Rektorin der Katholischen Hochschule Apor Vilmos in Zsámbék und die Schwester des ungarischen Kardinals

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Reproduktion rassistischer Sprache „Antiziganismus“

Woher kommt eigentlich die Überzeugung, dass der „Antiziganismus“-Begriff wissenschaftlich fundiert wäre? Er wird vielleicht von Einzelnen mit akademischem Anspruch verwendet, aber schon die Frage, wie der Begriff von den Intentionen des vermutlichen Wortschöpfers Bernhard Streck zu trennen ist, findet keine befriedigende Antwort. Streck ging es mit dem Begriff darum, die rassistische Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nazis zu verneinen. So wie er die Nichtexistenz eines „Antsiganismus“ postulierte, wird nunmehr dessen Existenz als ein Europa einendes Phänomen postuliert.
Als Instrumente dafür finden sprachliche Feindiagnosen Anwendung.
Der Gehalt der vermeintlich akademischen Analysen ist oft doch eher Blendwerk und fern der gesellschaftlichen sowie historischen Realitäten. Unabhängig davon sollte allein die willkommene Übernahme des Begriffs in Politik und Medien nachdenklich stimmen.
Antiziganismus

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Rassistische Richterin löst Jobbik-Bürgerwehr nicht auf

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Die Bürgerwehr “Schönere Zukunft Magyarische Selbstverteidigung”,  Nachfolgeorganisation der verbotenen Ungarischen Garde, wird nicht aufgelöst, entschied eine Richterin in Gyula. Ihre Urteilsbegründung ist eine rassistische Tirade gegen Roma. Das Urteil macht die kontinuierliche Zusammenarbeit von Jobbik und Bürgerwehr rechtlich wieder unbedenklich; im ungarischen Wahlkampf trat man wieder offen gemeinsam auf.

Die Jobbik-Bürgerwehr “Bürgerwehrverein für eine schönere Zukunft” (SZJPE), 2013 umbenannt in “Magyarische Selbstverteidigung für eine schönere Zukunft“ (Szebb Jövőért Magyar Önvédelem), Nachfolgeorganisation der verbotenen Ungarischen Garde, wird nicht aufgelöst, entschied Richterin Erika Mucsi in Gyula wie bereits 2012, siehe Post Zwei fatale Urteile: Jobbik-Bürgerwehr wird nicht aufgelöst, hohe Haftstrafen für Roma wegen “Gewalt gegen Magyaren”, 28. Juli 2012 und Hungarian Spectrum; zu ihren aktuellen Aktivitäten s. Monitoringportal Athena Institut.

Bereits 2012 hatte die Staatsanwaltschaft des Komitates Békés beim Gericht von Gyula die Auflösung der Bürgerwehr beantragt; mit ihren Aktivitäten in Gyöngyöspata (vgl. Post Rechtsextreme “Bürgerwehr” terrorisiert Roma, 13…

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„Erste Schritte und große Versprechen“ – Ein Fazit der Roma-Dekade

Avatar von Gesellschaft für bedrohte VölkerGesellschaft für bedrohte Völker | BLOG

Die Dekade zur Inklusion der Roma in Europa (2005–2015)

 Die Roma sind die am meisten diskriminierte Minderheit Europas. Obwohl viele Staaten sich in den letzten Jahren verstärkt mit den Belangen dieser Minderheit beschäftigt haben, klafft zwischen den Roma und der Mehrheitsbevölkerung in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens eine große Lücke, Anspruch und Wirklichkeit der Politik fallen auseinander.

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France: Document urges Paris police to „cleanse“ city of Roma

An internal document evidently issued by City Hall in Paris to police stations in the wealthy neighborhoods of the capital has been leaked to the public.
In the edict, City Hall urges police officers to count the number of Romani people in their areas and to „systematically displace“ them from the streets.

News server iDNES.cz reports that a wave of criticism has arisen in the French capital in response to the news. French daily Le Parisien reprinted the document on Tuesday, which was leaked from a police station in the 6th precinct.
The authors of the internal communication exhort police officers to „cleanse“ the wealthy quarter of Romani people, their children and animals. Le Parisien points out that the report evidently came directly from police headquarters.
„It directs workers in the 6th district with immediate effect and until further notice to seek out Roma families living on the street during the day and at night and to systematically displace them,“ iDNES.cz cites Le Parisien as reporting. The police document has sparked significant criticism.
„Ordering the counting of Romani people so they can be expelled just shifts the problem elsewhere,“ said charity worker Evangéline Masson of the Catholic organization Secours Catholique. She said she was shocked by the report, which she believes stigmatizes the impoverished.
Some police officers are also against the edict. „This is aggressive, and what’s more, it’s illegal. This stupid, unacceptable order stigmatizes an entire group. By what right do they want to expel them from the streets?“ an unidentified, highly-placed police officer was quoted as saying by news server Local.fr.
News server iDNES.cz reports the unidentified officer as saying he believes the directive has no basis in law. Jean-Pierre Lecoq, mayor of the 6th precinct, is defending it.
„I am shocked to see Romani families with young children in the streets. This is neither humanly nor socially acceptable,“ the mayor, who is a member of the conservative UMP party of former French President Nicolas Sarkozy, was quoted as saying by iDNES.cz.
Lecoq said he believes the number of Romani people in the area has significantly grown recently. „The number of families has tripled and that is a real problem,“ he said.
The mayor neglected to add that one of the main reasons for the higher number of Romani people in his quarter is that they have been expelled from neighboring ones, mainly from the 11th. News server iDNES.cz reports that even though police officers are frequently aware that such a reshuffle will not solve the problem with these people, the French media have reported that members of the police are forced to obey such orders because the police command is often under the strong influence of politicians.
France’s harsh procedures against Romani people and against immigrants in general is not big news. Immigration laws there are tough and have been amended several times during the past decade.
Thousands of Romani families from Bulgaria and Romania head to France year after year, only to be deported by French politicians once more. Sarkozy’s administration deported around 15 000 Romani people back to Bulgaria and Romania annually.
An edict to demolish illegal campsites was never overturned by the Socialists when they took power in France two years ago. The French authorities deported a record 20 000 Romani people last year.
http://www.romea.cz/

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Brandanschläge auf Roma-Lager in Salzburg

In zwei provisorischen Roma-Lagern im Salzburger Stadtteil Schallmoos wurden am Montag Feuer gelegt.

Salzburg – Die seit Monaten brodelnde Auseinandersetzung um Bettler aus Rumänien in der Stadt Salzburg eskaliert.
Montagnachmittag gingen zwei provisorische Roma-Lager im Stadtteil Schallmoos in Flammen auf. Unbekannte hatten Matratzen und andere Habseligkeiten in den notdürftigen Unterkünften angezündet.
Aus Sicht des für Sicherheitsfragen ressortzuständigen Vizebürgermeisters Harald Preuner (VP) könnten Anrainer das Feuer gelegt haben: Die Vermutung liege nahe, dass jemand „Selbstjustiz“ betrieben habe.
Preuner und die ÖVP haben im Wahlkampf für die Gemeinderatswahlen Anfang März selbst massiv gegen die „Bettlerbanden“ Stimmung gemacht.
Menschenrechtsgruppen hatten die ÖVP wiederholt scharf kritisiert. Menschenrechtsaktivist Bernhard Jenny fordert auf seinem Blog inzwischen den Rücktritt von Preuner: „Eine Menschenrechtsstadt verträgt keinen Preuner.“
Nicht zuletzt als Reaktion auf die ÖVP-Kampagne haben sich auch kirchliche Organisationen zusammengeschlossen, um für die Notreisenden aus Rumänien zumindest eine Art Grundversorgung zur Verfügung zu stellen. Abgesehen von der Anrainertheorie ermittelt die Polizei auch noch in Richtung rechtsextremer Täter: Am Wochenende sind in Salzburg erneut Stolpersteine geschändet worden.
Zwei in den Boden eingelassene Erinnerungssteine an NS-Opfer vor dem Landestheater sind mit schwarzer Teerfarbe beschmiert worden.
In den vergangenen Monaten waren die kleinen Denkmäler wie auch andere Erinnerungsstätten für Opfer der Nationalsozialisten wiederholt Ziel von Attacken.
Zwei Verdächtige saßen mehrere Monate in U-Haft. Sie stehen demnächst vor Gericht.
http://derstandard.at/1395364647003/Brandanschlaege-auf-Roma-Lager-in-Salzburg?ref=article

2013: https://marikaschmiedt.wordpress.com/2013/09/03/jugendliche-attackieren-roma-in-bischofshofen/
2012: https://marikaschmiedt.wordpress.com/2012/06/14/salzburg-mob-gegen-roma/

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„Neger kann man genauso verwenden wie Zigeuner“

Andreas Mölzer

Mölzer: „Neger ist ein normales deutsches Wort“

Man könne den Begriff wie das Wort „Zigeuner“ verwenden, sagt der FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl in der ZiB2.

Andreas Mölzer, FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, hat am Dienstagabend in der „ZiB2“ betont, dass er nach seinen umstrittenen Aussagen nicht an Rücktritt denke.
Er habe sich entschuldigt, und er gebe gerne auch zu, dass er „ein provokanter Diskutant“ sei, sagte er im Gespräch mit Armin Wolf.
Doch „das, was ich da gesagt habe“, werde ihn „sicher nicht dazu bewegen“, den ersten Listenplatz zurückzulegen.

Allerdings „werde ich mich davor hüten“, künftig einen Vergleich zwischen Europäischer Union und Drittem Reich zu ziehen, sagte Mölzer auf Nachfrage.
Er werde aber weiterhin darauf hinweisen, dass die EU dramatisch überreguliert sei und dass das ein Problem für die Bürger sei.

„Neger kann man genauso verwenden wie Zigeuner“

Zurückhaltung in der Wortwahl bzw. „political correctness“ (so Mölzer) ist aber von ihm auch künftig wohl nicht zu erwarten.
Der heftig kritisierte Sager vom „Negerkonglomerat“ sei jedoch verfehlt gewesen. Er habe eine Formulierung gewählt, die auch ihm im Nachhinein „absolut unpassend“ erscheint.

Doch er stellte auch klar: „Das Wort Neger als solches ist ein normales deutsches Wort, das weder eine Wertung noch sonst etwas beinhaltet.
Das kann man verwenden, genauso wie das Wort Zigeuner“, sagte er. Nach den Geboten der „political correctness“ sei es aber natürlich verabscheuungswürdig.
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1580035/Molzer_Neger-ist-ein-normales-deutsches-Wort
http://diepresse.com/home/politik/eu/1579869/Andreas-Molzers-volkischer-Ruckfall-in-satirischem-Rahmen

Mölzers Hetze gegen Roma: https://marikaschmiedt.wordpress.com/2014/02/07/steuergelder-fur-rechte-hetze-zur-zeit-erhielt-in-den-jahren-2011-2013-eur-148-12760-an-presseforderung/

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Roma day and April Fool’s Day

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Avatar von valeriucnicolaeValeriu Nicolae

 Yeeeeeaaaaiiii – the day we celebrate the Gypsies! The best time for many to rediscover that imaginary Gypsy friend they hung out with, or the Gypsy child they generously helped, when they were young (or dreaming). A great day for many, many human rights activists to enthusiastically click “like” on Facebook, showing once more their dedication to supporting the Roma cause.

 Some will go further and befriend a Roma – Facebook-style, preferably. The most courageous will even talk to a Roma person (or to what they think Roma are: strangely dressed people, those with a nice suntan out of season, and perhaps some horses, pigs, crows, dogs and a good number of bronze statues will be forever scarred by the experience)! Regardless, major changes will happen in the worst Roma communities as pigs start flying once again. The miraculous has happened regularly for the last decades on April 8.

 Some…

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Rassismus (nicht) beim Namen nennen

Avatar von Redaktionmenschenhandel heute.

Say no to racism! „Say no to racism!“ by Daviniodus Creative Commons: Attribution-Non Commercial-Share Alike License

Autorin: Iman Attia für bpb.de 

„Was Du sagst, ist rassistisch!“ oder „Du bist Rassist!“ sind schwerwiegende Anschuldigungen. Wer auf diese Weise angesprochen wird, fühlt sich beschimpft, falsch verstanden, vielleicht auch überführt. Der Vorwurf weist darauf hin, dass eine Grenze überschritten wurde. Dennoch passiert es immer wieder, dass wir andere oder auch uns selbst dabei ertappen, Dinge zu denken, zu sagen oder zu fühlen, etwas zu tun oder zu unterlassen, wovon wir selbst wissen oder vermuten, dass es rassistisch sein könnte. In den vergangenen Jahren entwickelte sich ein Gefühl dafür, dass es Rassismus auch im eigenen Alltag und Umfeld gibt, auch wenn nicht immer klar ist, ob es sich in einer konkreten Situation tatsächlich um Rassismus handelt. Im Folgenden wird anhand von Beispielen und mit Bezug zur Fachdebatte[1] definiert, was Rassismus ist, auf welchen Ebenen und in…

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